Meditieren – meine Erfahrungen

“Echt jetzt? Meditieren? Was bist du? Motivationscoach? So ne Art Guru?”

Nein, überhaupt nicht. Aber ich wollte es ausprobieren.

Ich bin jetzt seit ein paar Wochen in der elften Klasse und das Niveau ist drastisch gestiegen, und ich hatte einfach ein paar Konzentrationsschwierigkeiten.

Als erstes habe ich natürlich die logischste Option gewählt:

Nachdem das aber leider nicht funktioniert hat, habe ich es dann doch mal mit dem Meditieren versucht. Wenn man im Internet danach sucht, was einem Meditieren bringen soll, dann klingt es so, als würde es all deine Probleme lösen…

Beruhigung – einfach mal Stopp drücken während einem langen Tag.

Stressabbau – Man lernt, Gedanken vorbeiziehen zu lassen.

Mehr Bewusstsein und Konzentration – klarer, präsenter und bewusster die Umgebung wahrnehmen.

Schmerzlinderung – Es wird einfacher, den Schmerz zu akzeptieren, was zu mehr Gelassenheit und damit dazu führt, dass wir den Schmerz als weniger schlimm empfinden. (Ich habe jetzt nicht direkt Schmerzen, aber das klingt trotzdem wie etwas was man gerne gelernt haben würde.)

Mehr Gelassenheit – “mehr Distanz zum Wirrwarr unserer eigenen Gedanken” wurde auf einer Webseite die das Meditieren bewirbt so schön gesagt.

Also, warum das ganze nicht einfach mal ausprobieren? Es scheint ja nur Vorteile zu haben…

Ich habe mir also zuerst mal eine App heruntergeladen, um mir das ganze zu vereinfachen – ich habe Headspace benutzt, und ich bin sehr zufrieden mit dieser App gewesen.

Aber genug Chitchat – lasst uns anfangen.

Tag 1

An Tag 1 habe ich mal versucht, einfach direkt nach der Schule und nach dem Mittagessen ein bisschen mit einer Meditation runterzukommen um danach mit den Hausaufgaben weiterzumachen.

Ich bin mir im Nachhinein nicht mehr sicher, was ich erwartet habe – ich hatte wohl auf eine Art Erleuchtung gehofft – auf jeden Fall lag ich 10 Minuten auf meinem Bett und habe meinen Tag überdacht. Es war auch entspannend, keine Frage – aber mit einer Meditation hatte das nichts zu tun.

Vielleicht hatte ich einfach auf etwas mehr gehofft als “lass deine Gedanken los und fokussiere dich wieder auf die Bewegung deines Atems”, um mehr Gelassenheit und Distanz zum Wirrwarr meiner Gedanken aufzubauen…

Naja, vielleicht ein neuer Versuch wann anders…

Tag 2

An Tag 2 war ich die ganze Zeit in der Schule und hatte nicht wirklich Zeit für irgendetwas anderes. Deswegen wollte ich das Meditieren für heute eigentlich gar nicht erst Versuchen.

Ich hatte aber große Schwierigkeiten einzuschlafen. Ich weiß auch nicht warum, aber irgendwie wollte mein Körper nicht mitmachen. Deswegen habe ich versucht zu Meditieren, es kann ja nicht schaden.

Es hat leider nicht geholfen, aber die Meditation hat sehr viel besser funktioniert als beim ersten Mal. Ich war sehr entspannt und hätte mir gut vorstellen können, jetzt wieder irgendetwas konzentriert anzugehen.

Das habe ich aber natürlich nicht gemacht, stattdessen lag ich noch bis um 2 Uhr morgens wach.

Naja, Meditation ist ja eigentlich auch nicht zum einschlafen gedacht. Morgen werde ich einen neuen Versuch wagen.

Tag 3

Hurra, es ist Tag 3. Heute hatte ich spät Schule, also habe ich mal versucht, zu meditieren, bevor ich zur Schule gehe.

Und ich muss sagen: Es hat gut funktioniert. Das lag vermutlich vor allem auch daran, dass ich heute 10 Minuten meditiert habe. Das hat sehr viel besser funktioniert, weil ich davor bei den 5-Minuten-Meditationen immer Schwierigkeiten hatte, mich zu entspannen, weil die Meditation so kurz war, dass, bis ich wirklich entspannt war, der Moderator schon wieder Tschüss gesagt hat.

Aber heute hat das Ganze besser funktioniert.

Ich war sehr tiefenentspannt. Es ist ein sehr besonderes Gefühl von unfassbarer Entspannung, das aber trotzdem nichts mit schlafen zu tun hat.

Ich glaube, dass ich heute zum ersten mal tatsächlich “Meditiert” habe.

Also, lass uns die Punkte von vorhin nochmal durchgehen…

Beruhigung – auf jeden Fall. Sehr entspannt.

Stressabbau – Es war früh am Tag, ich war noch nicht wirklich gestresst. Darüber kann ich nichts sagen.

Mehr Bewusstsein und Konzentration – Auf jeden Fall.

Schmerzlinderung – Dazu kann ich auch nichts sagen

Mehr Gelassenheit – “mehr Distanz zum Wirrwarr unserer eigenen Gedanken” trifft auf jeden Fall zu.

Ich finde, meine Versuche an einer richtigen Meditation waren ein voller Erfolg.

Aber will ich noch nicht aufhören –

Ich finde, an dieser Stelle können wir mal einen kleinen Zeitsprung machen. Ich möchte ab jetzt täglich vor der Schule meditieren.

Mal gucken, wie es mir in einer Woche geht.

Fazit

Jeden Tag vor der Schule meditieren, haha.

Natürlich habe ich nicht mal annähernd das geschafft – gerade mal 4 Meditationen in einer Woche.

Wie auch immer, es hat gereicht. Ab und zu mal morgens zu meditieren hat mich wirklich entspannt.

Wenn man davon liest oder hört klingt es immer nach einer Art Wunderwirkung.

Das hat das ganze auf jeden Fall nicht. Es ist eher so, als ob man geschlafen hätte und jetzt wieder mit mehr Energie weitermachen könnte. Nur dass es nicht so lange dauert und dass man danach nicht wie ein schläfriger Zombie durch den Alltag irrt.

Also insgesamt ein voller Erfolg. Ich werde weiterhin versuchen, ab und zu zu meditieren, es hilft ja offensichtlich. Es wäre schön, wenn das zu einer kleinen Gewohnheit werden würde.

Ich kann auch nur weiterempfehlen, zumindest zu versuchen, diese Gewohnheit zu etablieren.

Von schlechter Musik, E - Rollern und Overhead Projektoren

Es gibt so viele Dinge, die uns aufregen… Das Game of Thrones Ende, das Schulsystem, E – Roller und vorallem OVERHEAD PROJEKTOREN. Kommt mit uns auf eine Reise durch die Welt des schon in Folge zwei gut etablierten Podcast und erlebt eine neue Welt. Erweitert euren Horizont – hört den Shrinking Thinking Podcast. Aus dem Off wird mir von Paul zugerufen, dass ich auf Instagram und Twitter und so hinweisen sollen. Also, los gehts. Instagram findet ihr hier: https://www.instagram.com/p/CF_2s_WDtNu/?utm_source=ig_web_copy_link ; Twitter gibt es hier: https://twitter.com/ShrinkingThink1 , wir posten da aber eigentlich nix. Viel Spaß auf der Reise mit unserem Podcast! Wir sind unserem großen Masterplan, den Sexpodcastmarkt zu erobern, in Folge zwei schon sehr viel näher gekommen. Ok reicht jetzt auch mal wieder mit Text schreiben.

Dinge an Schulen die zwar gut klingen aber absolut nicht funktionieren

  • Lehrer als Elternersatz

“PSHE takes place for all senior pupils on a Monday afternoon and gives pupils an opportunity to reflect on society, current affairs and pressing issues of the day. “

Ein solches Konzept klingt erstmal schön (ein enge Gruppe Schüler trifft sich einmal in der Woche um mit einer ausgebildeten Lehrkraft über ihre Probleme, den dritten Weltkrieg oder was auch immer zu reden), funktioniert aber überhaupt nicht. Kein Schüler hat jemals irgendetwas, worüber er reden möchte. Wenn es doch etwas gibt, wird es in Unterhaltungsmedien, die dazu genutzt werden, die Zeit ohne relevante Gesprächsthemen zu überbrücken, untergehen. 

Naja, immerhin gucke ich jetzt wohl Stranger Things 3 zum fünften mal, diesmal halt mit fünf Chinesen und einem alten Mann.

  • Ein Kopfhörerverbot

Es gibt in dieser Schule gefühlt mehr Computerräume als normale Klassenzimmer (auf jeden Fall halte ich mich besonders oft in Computerräumen auf), wie sinnvoll ist dann ein Kopfhörerverbot? Ich sitze oft in der Bibliothek und benutze meine Kopfhörer, weil ich z.B. in Creative Digital Media ein Video analysieren soll. Dabei komme ich natürlich oft in den Konflikt mit Lehrern, die zwar zugeben, dass die Regel Schwachsinn ist, diese aber trotzdem befolgen. Naja…

  • In einer Hafenstadt nach einem Regen auf den höchsten Gipfel steigen

Immer Dienstag und Donnerstag muss ich Sport machen. Irgendwann habe ich mich dann für irgendwo rumjoggen entschieden. Eine sehr junge und nicht sehr selbstsichere Lehrerin läuft mit vier sehr sportlichen und vier sportabstinenten Teenagern (Hmm ratet mal in welche Kategorie ich gehöre) auf einen matschigen Berg, auf den der unabgeschirmte Wind, der direkt vom Meer hinüberkommt, trifft. Das klingt echt nicht schlimm, aber man unterschätzt das wirklich. Manche sind auf Steine gefallen und haben angefangen zu bluten. Die meisten sind aber für den größten Teil einfach mehrere Meter gerutscht und dann im Matsch gelandet. Das ist ja erstmal auch gar nicht schlimm, die Lehrerin ist aber jedes mal, wenn jemand zwei Meter gerutscht ist, komplett in ihrem Nervenzusammenbruch versunken. Großartig! (War witzig, mache ich wieder.)

  • Eine Schuluniform im Sinne der Gleichstellung der Schüler

Eine Schuluniform klingt in der Theorie erst mal ganz gut und wirksam. Ich habe aber andere Erfahrungen gemacht.

  1. Ich fühle mich nicht der Schule, den Lehrern oder Mitschülern näher verbunden, Identität schafft die Schuluniform (zumindest für mich) nicht
  2. Jeder der etwas auf sich hält spart auf eine Apple Watch oder ein MacBook Pro, der Gedanke der Gleichstellung ist schön wird aber umgangen. Eine Schuluniform hat der Gleichstellung vor 50 Jahren mal geholfen, jetzt werden digitale Medien im Unterricht zentral eingebunden. Vielleicht liegt das aber auch an der Schule, die viel Wert auf das Konzept “Bring your own device” legt.
  3. Irgendwie regt sich sogar der Schulleiter über die Schuluniform auf und veranstaltet deswegen regelmäßig “besondere” Tage, an denen jeder tragen darf, was er will.
  4. Es gibt ja oft das Argument, dass sich ein Gefühl der Sicherheit verbreitet, weil jeder der nicht zur Schule gehört einfach zu erkennen ist – nein. Es laufen den ganzen Tag so viele Bauarbeiter, Externe und Eltern herum, dass dieses Argument nicht hinhaut.

Am Ende kann ich natürlich nicht für Schuluniformen im Allgemeinen sprechen, aber ich habe nicht das Gefühl, dass diese hier irgendetwas verändern. Die Tage, an denen wir keine Schuluniform tragen müssen, unterscheiden sich überhaupt nicht.

  • Eine Schülerbibliothek

Die Bücher sind alle komplett eingestaubt. Willkommen im 21. Jahrhundert!

  • Eine Schwimmgala

Ein einfacher Sportwettbewerb – in der Praxis war es aber vor allem Schmach für die Zurückgebliebenen (also auf der Bahn zurückgebliebenen).  Es war aber lustig, ins Publikum zu schauen und nur die drei jungen Lehrerinnen die noch keiner kennt klatschen zu sehen. Ich bin im selben Haus wie die zwei einzigen wirklich guten Schwimmer der Schule – vermutlich werden wir gewinnen. 

In dieser Schule kann man so viel frei wählen – alle Fächer, wann man essen möchte, auf welche Weise man die Hausaufgaben erledigt, ob man einfach keine Hausaufgaben macht und seine gute mündliche Note riskiert – aber ich verstehe wirklich nicht, wieso ich zweieinhalb Stunden Menschen zugucken muss, die genauso schlecht schwimmen können wie ich.

Es war seeeeehr langweilig.

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Dinge an Schulen die zwar absolut nicht gut klingen aber gut funktionieren

  • Optionale Hausaufgaben

Hier muss man die Hausaufgaben nicht machen, es ist eher ein Teaser, was nächste Stunde gemacht wird. Wenn man sie gemacht hat, kann man natürlich punkten. Wenn man mit dem Thema mitgekommen ist und sich aktiv entscheidet, die Hausaufgaben anstatt zuhause spontan im Unterricht zu machen, kann das genauso gut funktionieren. Meiner Meinung nach ist das ein sehr viel besseres System, funktioniert aber natürlich nicht bei allen Fächern.

  • Komplett eigenständige Organisation und anderer Ansatz bei den Fächern

Es gibt hier keine Klassenstrukturen, die einzige Gruppierung, die existiert, ist die Gruppe in der man sich morgens trifft, um zu überprüfen, ob alle da sind. Ansonsten bekommt man halt einen Stundenplan, den man sich selbst zusammengewählt hat, wenn man da mal eine Stunde verpasst, wird das aber auch einfach ignoriert (der Stoff fehlt dann halt). Wenn man eine Klassenarbeit in der Stunde eines anderen Lehrers schreibt, dauert es eine Minute, das abzusprechen.

Ein spannendes System, besonders im Vergleich zu Deutschland, wo man 80 % in festgesetzten Klassen verbringt und lieber viele Fächer als einige wenige Fächer so richtig macht. Ich habe hier aber auch das Gefühl, zwar meinen Interessen zu folgen, aber die klassischen Fächer wie Mathe oder Naturwissenschaften habe ich nur in sehr geringem Maße, alle Naturwissenschaften wurden zum Beispiel in ein Fach zusammengefasst. Ich habe die selben Richtlinien zur Fächerwahl wie auch die Schüler die hier tatsächlich über einen längeren Zeitraum an der Schule bleiben gehabt und ich habe das Gefühl dass mir Grundbausteine wie tiefer gehende Mathematik fehlen.

Vielleicht ist das mein Gehirn, dem in Deutschland eingeredet wurde, dass es Parabeln , Lateinvokabeln oder den waagerechten Wurf braucht, um im Leben zurecht zu kommen (und das ist definitiv nicht der Fall), aber ich habe in den drei Wochen, die ich bisher hier war, definitiv mehr für mich interessanten Stoff gelernt als sonst in Deutschland. Es erscheint mir aber nicht so, dass das Schulsystem hier, bei dem man viel früher viel freier nach eigenen Interessen wählen kann (also auch Mathe und Naturwissenschaften bis auf wirklich wenige Stunden in der Woche runtersähen) weniger für das Berufsleben gewappnete Menschen hervorbringt.

  • Mit einer Lehrerin Yoga machen

Ich habe gerade eine halbe Stunde mit meiner Lehrerin Yoga gemacht, sie hat uns währenddessen erzählt, wie wichtig es ist, auf den eigenen Körper zu achten. Ich habe es genossen. Ich gehe hier nie wieder weg (und ich suche mir Yoga – Stunden).

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