Von Heizungsröhren und abwechslungsreicher Mode

Nach einer laaaaaaangen Anreise mit meinem Vater (er hat Flugangst, es war anstrengend) bin ich am Sonntag in meinem Hotel in Dover angekommen. Dover ist eine Hafenstadt, wenn also jemand (wer auch immer das heute noch macht) mit dem Schiff von Frankreich aus nach Großbritannien will, wird es schwer sein, ein Schiff zu finden, das nicht in Dover anlegt.

Nach einer Nacht in schon wieder dem selben Hotel wie letztes mal (das mit den Löchern in der Wand) und mit einem Frühstück (es gab Wurst) ging es auch schon zu der Schule – natürlich direkt mit Schuluniform, wie es mir meine Vermittlerin mitgeteilt hatte. Als ich dort dann aber mit Schuluniform ankam war da 1. Kein Schwein und 2. Meinten alle Lehrer ich brauche die Schuluniform echt nicht anzuziehen. Mein Zimmer ist echt winzig, zwischen Bett, Schrank und Tisch kann man vielleicht 2 Quadratmeter Boden sehen. Noch viel besser: Es führen drei Heizröhren durch den Raum, die tropische Temperaturen mit sich bringen. Nachdem ich also das Fenster bis zum Anschlag geöffnet hatte (man konnte es ganze 10 cm hochschieben), hab ich den Inhalt meiner zwei Koffer verteilt. Mein „Housemaster“ hatte leider viele Meetings vor sich und hatte keine Zeit für mich. Ich bin also auf den Berg von Dover gewandert, nur um zu realisieren, dass die Burg, die darauf stand, geschlossen war, ich bin zu den berüchtigten Kreidefelsen gelaufen, nur um zu realisieren, dass sie von Gebäuden und hupenden LKWs umringt war, ich bin in die Innenstadt gelaufen, nur um zu realisieren, dass es hier nur Pubs und betrunkene alte Menschen gab. Ich habe mich also mit einem Take Away Essen vom örtlichen Chinesen in mein Zimmer gesetzt und habe meine Steam Bibliothek erkundet. Irgendwann habe ich dann noch Fächer gewählt – im Gegensatz zu Deutschland gibt es nicht zehn Fächer, die halt einfach jeder machen muss, sondern ungefähr genau so viele Fächer wie in Deutschland, man muss sich aber für nur vier bis fünf entscheiden, die dann sehr viel intensiver drankommen als „halt noch Physik am Freitag in der Siebten“. Ich habe mich dann für Photography (man kriegt ein Thema, z.B. Zeit und muss dazu dann Kunst herstellen – nur halt mit der Kamera anstatt mit dem Pinsel), Creative Digital Media (Wissenschaft der sozialen Medien, wie macht man gute Fotos, Videos, wie erstellt man Kurzfilme), Drama (Schauspiel AG als Schulfach, wir üben Chicago ein) und English for Foreigners (muss man nehmen, ist halt Englisch für Leute die keine Native Speaker sind) entschieden. Ich muss immer um 7, 9, 19 und um 21 Uhr vortreten, dann schreit unser Housemaster fünf Minuten lang alle in meinem Haus an wieso zur Hölle nicht alle pünktlich da sind (Ja, das ist auf jeden Fall notwendig, um zu gucken, ob noch alle da sind, es lässt sich nicht ohne schreien regeln) . Aber naja, zum Abschluss hier noch die abwechslungsreiche Mode, die ich jeden Tag tragen darf:

Montag:

Dienstag:

24/7:

Einfach IMMER. Großartig.

Was haltet ihr von Schuluniformen? Hilft das dem Gleichheitsgefühl oder schränkt das die Entfaltung der Persönlichkeit ein? Warum schreibt ihr mir nicht einfach einen Kommentar?

Viele Grüße nach Deutschland!

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